Förderung der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung

Entrindetes Holz

Foto: Ludwig Penz

Aktuelle Informationen zur insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung


Am 27. Juni teilte Frau Forstministerin Michaela Kaniber den bayerischen Waldbesitzern die erfreuliche Nachricht mit, dass die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung nun mit bis zu 12 Euro pro Festmeter (FM) gefördert werden kann. Die Untere Forstbehörde am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau-Rotthalmünster will nun den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern im Landkreis erörtern, unter welchen Voraussetzungen der Fördersatz von 12 Euro je Festmeter beantragt werden kann.

Antragsstellung

Um Probleme oder Missverständnisse bei der Antragstellung und Abwicklung der Förderung zu vermeiden, ist es grundsätzlich notwendig, die zuständige staatliche Revierleiterin bzw. den zuständigen staatlichen Revierleiter so früh wie möglich über die bevorstehende Antragstellung zu informieren. Sollte wegen aktuellem Borkenkäferbefall ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn vor der Antragstellung notwendig sein (Gefahr im Verzug), ist der Antrag während der noch laufenden Maßnahme umgehend nachzuholen. Bitte beachten Sie hier, dass eine Antragstellung nach dem Abschluss der Maßnahmen nicht möglich ist.

Inhalte der Förderung

Gefördert werden insektizidfreie Bekämpfungsmaßnahmen, das heißt entweder Entrindung, Häckseln bzw. Mulchen oder die Zwischenlagerung von Schadholz auf einem geeigneten Lagerplatz, welcher mindestens 500 Meter vom nächstgelegenen Fichtenbestand entfernt liegen muss (eine der drei Maßnahmen).

Fördervoraussetzungen bei den Bekämpfungsmaßnahmen

  • Bei dem Holzanfall muss es sich um gebrochenes (z. B. Schneebruch), geworfenes, oder bereits vom Borkenkäfer befallenes Holz handeln.
  • Der Borkenkäfer darf aus dem Schadholz noch nicht ausgeflogen sein (Entwicklungsdauer ca. 6 Wochen).
  • Die Bekämpfung muss waldschutzwirksam sein, das heißt effektiv und möglichst zügig erfolgen.
  • Die angefallene Holzmenge muss nachgewiesen werden (z. B. über Klupplisten, Maschineneinsatzstunden o. ä.) und eindeutig dem Waldbesitzer zuordenbar sein. Eine Kennzeichnung durch den Antragsteller ist sinnvoll.
  • Das Holz muss ca. 14 Tage (zu Kontrollzwecken) am Lagerplatz verbleiben. Ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nicht zulässig ( = insektizidfreie Bekämpfung).

Berechnung

Die von Frau Forstministerin Michaela Kaniber mitgeteilten 12 Euro je Festmeter ergeben sich dabei folgendermaßen:
Die betroffene Waldbesitzerinnen bzw. der betroffene Waldbesitzer erhält 5 Euro pro Festmeter für die insektizidfreie Bekämpfungsmaßnahmen (Entrindung, Häckseln bzw. Mulchen oder Zwischenlagerung) und 5 Euro pro Festmeter für die Organisation der Borkenkäferbekämpfung und die vorbereitenden Maßnahmen. Die Kombination aus insektizidfreier Bekämpfung und den notwendigen vorbereitenden Maßnahmen ergeben also 10 Euro je Festmeter Schadholz. Zusätzlich wird die Aufarbeitung des Kronenmaterials mit 5 Euro pro Festmeter bezuschusst. Die Menge des Kronenmaterials wird dabei pauschal mit 20 % vom angefallenen Stammholz hergeleitet.
Um Ihnen die Herleitung des Fördersatzes von 12 Euro pro Festmeter Schadholz zu verdeutlichen, beachten Sie bitte folgendes Beispiel:

In Ihrem Wald stehen 100 Festmeter mit Borkenkäfer befallenem Holz. Zu den 100 Festmetern Stammholz kommen 20 Festmeter (20 %) befallenes Kronenmaterial.
100 FM Stammholz verbracht auf ein Zwischenlagermit je 5 €/FM = 500€
20 FM Aufarbeitung Kronenmaterial (Häckseln, Mulchen)mit je 5 €/FM = 100€
120 FM für die Organisation der Borkenkäferbekämpfungmit je 5 €/FM = 600€
Fördersumme bezogen auf 100 FM Stammholzanfall = 1200 € also 12 €/FM
Die rechtlich vorgeschriebene Bagatellgrenze für die Antragstellung ist 250 Euro. Daraus ergibt sich eine „Mindestmenge“ von 21 Festmetern Schadholz. Bitte beachten Sie, dass ausschließlich bei der Verwertung des Stammholzes und der Aufarbeitung des Kronenmaterials der Fördersatz von 12 Euro je Festmeter beantragt werden kann. Zwischengelagertes Holz darf im Anschluss der Lagerung auch als Brennholz verwendet werden.
Bitte kontaktieren Sie bei Fragen die für Sie zuständige Revierleiterin bzw. den für Sie zuständigen Revierleiter.