Borkenkäferjahr 2018 steht bevor
Käferkontrolle und –bekämpfung im kommenden Winter äußerst wichtig

Borkenkäfer in Rinde

Borkenkäfer in der Rinde

Der Klimawandel hat dieses Jahr viele neue Erkenntnisse in Bezug auf den Borkenkäfer gebracht. Die Fichten waren vom Jahrhundertsommer 2015 noch sehr geschwächt und hatten heuer wieder mit einem sehr heißen und trockenen Sommer zu kämpfen.


Erkenntnis: Der Käfer schwärmt auch unter 14 Stunden Tageslicht
2017 ist der Käfer bereits im März geschwärmt, so dass in diesem Jahr die erste Generation oft übersehen wurde.
Erkenntnis: Eine Käfergeneration kann sich in 4 bis 5 Wochen fertig entwickeln
Im Zeitraum Juni bis August 2017 dauerte die Entwicklung einer Generation nur 4 – 5 Wochen, weshalb sich in diesem Jahr drei Generationen und drei Geschwisterbruten entwickeln konnten.
Erkenntnis: Der Käfer befällt bei einer Massenvermehrung am liebsten gesunde und vitale Fichten
Speziell während der Hauptschwärmzeit in diesem Sommer wurden ganz gezielt die stärksten und vitalsten Fichten befallen, um möglichst viele Bruten anlegen zu können.
Gegen Ende des Sommers konnte auch wieder vermehrter Kupferstecherbefall festgestellt werden.
In dieser Situation fegte dann am 18. August der Gewittersturm Kolle über das Land.

Aufgaben der Waldbesitzer im kommenden Winter

Da gilt nach wie vor der eiserne Grundsatz, dass eine saubere Waldwirtschaft das beste Mittel gegen den Käfer ist. Durch die dritte Generation samt Geschwisterbrut haben wir eine immense Überwinterungspopulation. Wenn diese Käfer im nächsten Frühjahr günstige Brutbedingungen vorfinden, besteht die Gefahr, dass wir wie in Westmittelfranken innerhalb von drei bis vier Jahren mehr oder weniger den gesamten Fichtenbestand verlieren.

Deshalb haben wir bis maximal Mitte März folgende Aufgaben

  1. Windwurfholz aufarbeiten
    1. Es muss alles raus, auch die Gipfel.
    2. Gipfel und Einzelwürfe sind der beste Brutraum für die erste Generation.
    3. Das gilt auch für angeschobene Bäume und gebrochene Bäume mit weniger als vier bis fünf grünen Quirlen.
  2. Käferbäume aufarbeiten
    1. Bei erkennbarem Käferbefall gilt das gleiche wie beim Windwurf: Alles muss raus.
    2. Alle Bäume mit Anzeichen wie Spechtabschläge, beginnender Verfärbung in der Krone oder beginnendem Rindenabfall müssen möglichst rasch aufgearbeitet und abtransportiert werden.
    3. Wo nämlich die Jungkäfer unter der Rinde fertig entwickelt sind, verkriechen sich diese bei abfallender Rinde in die Bodenstreu und verursachen im Frühjahr neuen Stehendbefall.
    4. Wer sein Holz nicht selbst aufarbeiten kann, ist trotzdem zur sauberen Waldwirtschaft verpflichtet. Diese Waldbesitzer können sich an die örtliche Waldbesitzervereinigung oder Forstdienstleister wenden. Der für Sie zuständige Förster kann Ihnen die Kontakte nennen.
    5. Wo das Holz nicht rechtzeitig abgefahren werden kann, können die Polter ab Ende März mit zugelassenen Insektiziden behandelt werden.
  3. Kontrolle der Bestände im Winter
    1. Nachdem der Regen das Bohrmehl von den zuletzt befallenen Fichten abgewaschen hat, sind diese zur Zeit kaum erkennbar.
    2. Vielfach werden Befallsmerkmale wie Spechtabschläge, Kronenverfärbung oder beginnender Rindenabfall erst nach stärkeren oder wiederholten Frösten sichtbar.
    3. Das gleiche gilt für vom Kupferstecher im Spätsommer befallene Bäume.
    4. Deshalb die Bestände auch im Winter regelmäßig kontrollieren und alle Bäume mit Befallsanzeichen unverzüglich aufarbeiten und abtransportieren.
Nur wenn alle Waldbesitzer im kommenden Winter konsequent handeln, haben wir die Chance, dass die Käferkalamität, die sich in den letzten drei Jahren aufgebaut hat, wieder nachlässt.
Fraßbild Buchdrucker

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Fraßbild Kupferstecher

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