Dramatische Entwicklung beim Borkenkäfer
Der Käfer fliegt und fliegt und fliegt

Borkenkäfer in Rinde

Borkenkäfer in der Rinde

Die derzeitige Entwicklungsgeschwindigkeit des Buchdruckers ist die höchste der vergangenen Jahre. So betrug die Entwicklungszeit des Buchdruckers nur fünf Wochen vom Ei bis zum fertigen Jungkäfer. Die normale Entwicklung dauert etwa 8 Wochen, jedoch begünstigt das warme Wetter die Geschwindigkeit.

Wo Försterin Martina Lindinger in der Vergangenheit noch 3 - 5 befallene Bäume fand so stehen seit drei Wochen oft mal 50 bis 100 vom Borkenkäfer befallene Bäume.
Die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising berichtet aufgrund der Auswer-tung von Messergebnissen, dass derzeit zwei Borkenkäferwellen anrollen, nämlich die Jungkäfer der ersten Generation aus der Winter- und Frühjahrsbrut und dann auch noch die erste Geschwisterbrut.
Diese Jungkäfer werden Anfang August leicht verzögert schwärmen und sehr früh eine dritte Generation anlegen. Die Entwicklungssituation beim Kupferstecher ist 2017 mit der des Buchdruckers nahezu analog.
Das bedeutet, dass aktuell ein außerordentlich hoher Befallsdruck besteht und nahezu permanent frischer Stehendbefall zu sehen ist.
Auf diese Situation treffen die Förster der Forstverwaltung und der Waldbesitzervereinigung Vilshofen-Griesbach in Wald des südlichen Landkreises. Situation im nördlichen Landkreis entlang der Gaissa, der Ilz und im Erlautal ähnlich.
Sehr viele Anrufe von Waldbesitzern mit Borkenkäferbefall in ihrem Wald, aber auch besorgte Waldnachbarn melden Befall.

Was ist zu tun für Waldbesitzer?

  1. Gezielte Bohrmehlsuche
    In Fichtenbeständen gezielt nach sich verfärbenden Fichtenkronen bzw. Nadelabfall suchen. In deren Umgebung konsequent nach Bohrmehl suchen, mindestens einmal die Woche. Bei Fragen und Unklarheiten den zuständigen Revierleiter oder die WBV anrufen.
  2. Sehr schneller Einschlag und Aufarbeitung befallener Fichten bis Ende Juli
    Befallene Fichten sind unverzüglich einzuschlagen und aufzuarbeiten. Großzügig ausräumen, auch verdächtige Bäume mit starkem Nadelabfall oder Harztropfen am Stamm.
    Bei größeren Anfällen oder wenn man die Arbeit selber nicht machen kann unbedingt die Waldbesitzervereinigungen oder einen Forstunternehmer der Region beauftragen. Eine Liste mit Forstunternehmern hat der zuständige Revierleiter.
    Bei Fichten mit deutlicher Rotfärbung der Krone bzw. Abfall roter Nadeln ist die Brut ist bereits sehr weit entwickelt oder schon ausgeflogen. Der Einschlag dieser Fichten ist notwendig, weil noch in nennenswertem Umfang Käfer in den Bäumen vorhanden sind (kontrollieren!) und die unverzügliche Abfuhr nach Einschlag gewährleistet ist. Die Käfer verpuppen sich in der Rinde, das bedeutet bei der Kontrolle auf Käferbefall muss die Rinde aufgebrochen werden, um die noch vorhandene Käferdichte abzuschätzen.
    Die Fällung kann je nach Kronenzustand bereits ausgesprochen gefährlich sein, da die Krone nicht mehr über eine hohe Nadelmasse verfügt und das Gewicht bereits entsprechend reduziert ist: Damit verlagert sich der Schwerpunkt des Baumes nach unten. Die Fällung erfordert daher Seilunterstützung und sollte aus Gründen der Arbeitssicherheit von Unternehmern mit entsprechenden Kenntnissen und Geräten durchgeführt werden.

Unterstützung für Waldbesitzer

Die Forstverwaltung Passau und die Waldbesitzervereinigungen bieten zum Thema Borkenkäfer regelmäßig Informationsveranstaltungen an. Die Termine finden Waldbesitzer auf dieser Homepage unter Aktuelle Termin Wald und Forst.

Informationsveranstaltung für Waldbesitzer

Fraßbild Buchdrucker

Fraßbild Buchdrucker

Borkenkäferbaum mit dürrer Krone

Kupferstecher?

Fraßbild Kupferstecher

Fraßbild Kupferstecher

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