Bildung
Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, Passau

Außenansicht Schulgebäude Landwirtschaftsschule Passau

Hauswirtschaftsschule Passau

Der einsemestrige Studiengang Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule in Passau lehrt, einen Haushalt - insbesondere in der Landwirtschaft - fachkundig zu führen.

Er richtet sich an Frauen ohne hauswirtschaftliche Berufsbildung. Im Mittelpunkt stehen praktische Fertigkeiten und Fachwissen in der Hauswirtschaft, im Familien- und im Haushaltsmanagement. Der Studiengang stärkt Persönlichkeit und Auftreten, er fördert unternehmerisches Denken und Handeln. Zudem vermittelt er die pädagogische Eignung, um Personen auszubilden und anzuleiten. Der Unterricht findet in Teilzeitform statt.
Wie bereite ich Nahrungsmittel vitamin- und mineralstoffschonend zu? Wie spare ich Zeit bei der Wäschepflege? Was bedeutet "innerer Greifraum"? Wie werde ich zur erfolgreichen Gemüsegärtnerin? Diese Fragen geben einen kleinen Einblick in den Unterricht. Auf der Stundentafel stehen die Fächer "Ernährungslehre", "Familie und Soziales", "Haushalts- und Finanzmanagement", "Berufs- und Arbeitspädagogik", "Unternehmensführung" sowie die Küchenpraxis, Haus- und Textilpraxis und der Hausgartenbau. Zu den landwirtschaftlichen Inhalten zählen die Bereiche "Markt und landwirtschaftliche Produktion", "Grundlagen der Betriebslehre" sowie "Sozial- und Steuerwesen".
Jetzt für das neue Semester anmelden!
Wir starten mit dem kommenden einsemestrigen Studiengang an der Landwirtschaftsschule Passau, Abteilung Hauswirtschaft, am Dienstag, 15. September 2020. Interessierte für das Teilzeitsemester 2020/22 können sich bis zum 24. Juli 2020 anmelden.

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Die Hauswirtschaftsschule Passau stellt sich vor
Unterrichtszeiten
  • Der Unterricht findet zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Haushalt und Berufstätigkeit in Teilzeitform statt.
  • Die Unterrichtsstunden und Schultage werden in Absprache mit den Interessenten festgelegt.
  • Die 660 Unterrichtsstunden verteilen sich auf einen Zeitraum von 18 Monaten.
  • Der Unterricht findet dienstags von 8.15 - 17.15 Uhr statt. Zusätzlich werden sechs Vollzeitunterrichtswochen durchgeführt.
  • Es gilt die Ferienordnung für das Land Bayern.
Zugangsvoraussetzungen
  • Berufsabschluss außerhalb der Hauswirtschaft mit ausreichender praktischer Berufstätigkeit.
  • Ausnahmen regelt die Schulleitung
Unterrichtsfächer
  • Familie und Soziales
  • Berufs- und Arbeitspädagogik
  • Haushalts- und Finanzmanagement
  • Ernährungslehre
  • Unternehmensführung
  • Küchenpraxis
  • Haus- und Textilpraxis
  • Hausgartenbau
  • Seminar Ökologischer Landbau
  • Seminar Persönlichkeitsbildung
  • Wahlfächer, wie z. B. Haushaltstechnik
Abschluss
Mit bestandenem Schulbesuch erwerben Sie den Abschluss als Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung. Sie erhalten ein Zeugnis mit Urkunde sowie eine Bestätigung über die berufs- und arbeitspädagogische Eignung zum Ausbilden nach Paragraph 2 und Paragraph 3 der Ausbildereignungsverordnung. Werden die Zulassungsvoraussetzungen nach Paragraph 45 Absatz 2 Berufsbildungsgesetz erfüllt, kann die Abschlussprüfung in der Hauswirtschaft abgelegt werden.
Kosten
Der Schulbesuch ist kostenfrei. Die Kosten für Verpflegung und Unterrichtsmaterialien sind von den Studierenden zu tragen.

Schulleben

Bericht von Barbara Ferazin
Tipps zum "Einsommern" von Winterbekleidung

Eine Frau steht auf der Terasse und sortiert, reinigt und bessert Kleidung ausZoombild vorhanden

Barbara Ferazin

Barbara Ferazin, eine unserer frisch gebackenen Absolventinnen der Hauswirtschaftsschule, freut sich über ihren Schwung im Haushalt, gerade auch in Zeiten von Corona. Mit Elan hat sie Erlerntes zum Thema "Einsommern von Winterbekleidung" zusammengefasst: Die kalte Jahreszeit ist vorbei, die Temperaturen ändern sich und der Platzwechsel von wärmender Winterkleidung und leichter Sommermode beginnt. Sorgsamer Umgang und die richtige Pflege sorgen dafür, dass man lange Freude an den Lieblingsstücken hat. So bietet sich das warme Frühlingswetter an, die edlen Winterteile einzusommern und werterhaltend aufzubewahren, um sie zum Saisonwechsel im Herbst wieder top gepflegt aus dem Kleiderschrank nehmen zu können.
Legbare Kleidungsstücke wie Cordröcke, Thermojeans, Flanellhemden oder Fleecejacken können platzsparend im gründlich gereinigten Schrank verstaut werden. Doch einige Kleidungsstücke brauchen mehr Pflege:

Wolle

Richtig Waschen
Getragene edle Wollpullis aus Merino, Mohair, Schaf oder Kaschmir sollten vor dem Aufbewahren gewaschen werden. Der Grund: Kleidermotten werden von kleinen Haarschüppchen, Haaren und Schweiß gerne angezogen.
  • Kleine Pilling Knötchen können vorab mit einem Fusselrasierer vorsichtig entfernt werden.
  • Wollwaschmittel verwenden. Sie enthalten keine Bleichmittel und keine Enzyme - sind besonders mild und eignen sich gut für die feinen Fasern.
  • Schonender Wollwaschgang in der Waschmaschine bei bis 30°C und bei einer geringen Schleuderzahl zwischen 400 - 700 Umdrehungen.
  • End-Schleudergang eventuell vorzeitig abbrechen, um das Gewebe zu schonen
  • Mit Endschleudern: "langhaarige" Wolltextilien in einem Kopfkissenbezug waschen, so werden die feinen Fasern beim Schleudern weniger in die Löcher der Waschtrommel gedrückt.

Richtig trocknen

  • Strick liegend auf einer nicht färbenden großen Kunststofftüte trocknen: Stricksachen behalten ihre Form
    • häufig Wenden und leicht Aufschütteln während des Trocknens
    • kurzes Antrocknen in einem speziellen Programm im Wäschetrockner macht das Gestrick wieder luftig und flauschig.
  • oder im Freien über einer dickeren Wäschegestell-Stange am besten bei sonnig, windigem Wetter - dann aber im Schatten und ohne Wäscheklammern aufstellen, denn diese verursachen unnötige Dellen

Richtig aufbewahren

  • Sicher aufbewahrt wird Wolle trocken, zusammengelegt oder gerollt in einer sauberen luftdichten Kunststoffbox.
  • Auf Mottenbefall kontrollieren.
  • Weitere Vorschläge kursieren: in Seidenpapier eingeschlagen, denn Motten mögen keine Zellulose. Oder: Kleine Säckchen gefüllt mit Lavendel, Zedern- oder Zirbenholz im Schrank halten die kleinen Tierchen von den luxuriösen Strickteilen fern.
Wollmäntel sicher verstauen
Wollmäntel können bei Bedarf in die Reinigung gebracht werden. Es genügt jedoch meist die Taschen zu leeren und den Wollflor auszubürsten. Am besten achtet man jetzt gleich auf lockere Knöpfe, Risse in den Innentaschen oder offene Nähte um sofort Instandsetzungsarbeiten durchzuführen. Auf einem breiten Kleiderbügel, der die Form gut hält, mit geschlossenen Knöpfen oder Reißverschlüssen, kann der Mantel, am schonendsten in einer dichten Kleiderschutzhülle staubfrei und mottensicher aufbewahrt werden.

Funktionstextilien

  • Bei Funktionstextilien mit Membranen, die in Jacken, Handschuhen oder Sportbekleidung verwendet werden sowie Mikrofaserjacken mit Füllmaterialien aus wärmenden Polyesterfasern wie z. B. Thinsulate (künstliche Daune) ist darauf zu achten, dass beim Waschgang ausschließlich flüssiges Color- oder Feinwaschmittel verwendet wird. Die Pulver haben sog. Stellkörper und als Enthärter meist Zeolithe, die wie feiner Sand wirken und sich in die feinen Poren legen. Die Atmungsaktivität wird dadurch eingeschränkt.
  • Von einem Weichspüler ist generell abzuraten.
  • Bitte die Kaufentscheidung abwägen: Alle Membranartikel sind Sondermüll!
  • Sollte die wasserabweisende Funktion wieder aufgefrischt werden, empfiehlt sich das Auftragen von Imprägniermitteln, die für Textilien geeignet sind. Schaum ist dem Spray aus Umweltgründen vorzuziehen. Jedes Spray kann in die Atemwege gelangen. Im Freien und mit dem nötigen Abstand wird nach Anleitung aufgetragen.
  • Von einer Imprägnierung in der Waschmaschine ist abzuraten. Abwässer werden belastet und es setzen sich womöglich Nanopartikel in der Wäschetrommel fest.
  • Wasserdichte Klassiker, die Wachsjacken, werden mit passendem Wachs umweltfreundlich imprägniert.

Daunenjacken

  • Bei Daunenjacken ist zu prüfen, ob der Pelz-Ersatz-Besatz an Kragen oder Kapuze vor dem Waschen abgenommen werden muss.
  • Intensivere Flecken an Kragen und Armbündchen behandelt man vorab vorsichtig mit Gallseife oder etwas Flüssigwaschmitel.
  • Grundsätzlich sollten alle Taschen geleert, Reißverschlüsse geschlossen und die Jacken auf Links gedreht werden, um Applikationen oder empfindliche Dekore zu schützen.
  • Im Fein- oder Wollwaschgang mit Daunenwaschmittel, das die natürliche Fettschicht der Daune erhält, wird ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Grundsätzlich ist jeder enzymfreie Flüssigwaschmittel möglich.
  • Das kurze Antrocknen bei Temperaturen bis 30°C im Wäschetrockner mit einigen sauberen Tennisbällen oder/und das kräftige mehrmalige Durchschütteln und Durchtrocknen im warmen Wind im schattigen Freien, dauert zwar etwas. Doch das Resultat ist eine luftige, bauschige, wärmeisolierende Jacke.

GRENZ-WERTIG - Kulinarisches aus dem Dreiländereck
Mit heimischen Lebensmitteln vorzügliche Speisen zaubern

Gruppenfoto der Studierenden der Hauswirtschaftsschule mit Lehrerinnen vor einem BüffetZoombild vorhanden

Das Abschlussbüfett unter dem Motto "GRENZ-WERTIG"

Unter dem Motto "GRENZ-WERTIG, Kulinarisches aus dem Dreiländereck" wurden im März 2020 in den neuen Räumen im Grünen Zentrum in der Innstraße in Passau Köstlichkeiten in mehreren Gängen und eine Nachspeisenauswahl vom Feinsten geboten. Zum Thema passend gab es Bayerisches sowie Schmackhaftes nach österreichischen und tschechischen Rezepten. Geschmeckt hat es sichtlich allen Gästen.
Auf die Bildungsziele eingehend, betonte stellvertretende Schulleiterin Sieglinde Preuß, dass die Studierenden hier auf ihre Aufgaben in der Hauswirtschaft vorbereitet und in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden sollen. Sie sollten zudem lernen, Verantwortung für die Belange des ländlichen Raumes zu übernehmen und selbstständig und nachhaltig zu wirtschaften.
Schulleiterin Sieglinde Preuß zollt den Studierenden Respekt
Der Fächerkanon sei vielfältig und werde durch solche Extras wie dieses Projekt im Fach Unternehmensführung garniert. Das habe viel zusätzliche Arbeit verlangt, auch über die Unterrichtsstunden hinaus. Preuß zollte den Schülerinnen deshalb ihren Respekt, weil sie neben Familie, Beruf und Landwirtschaft ihr Studium absolvieren.
Landrat Franz Meyer zeigt Verbundenheit
Landrat Franz Meyer zeigte mit seinem Kommen auch seine Verbundenheit zur Schule. 250.000 Euro habe der Landkreis in den Umbau investiert. Auch dies zeige, dass dem "Bildungslandkreis" die Aus- und Fortbildung in der Landwirtschaft besonders am Herzen liege. Er freue sich, dass auch der Bezirksverein für die Hauswirtschaft die Fahne hoch halte.

Studierendenbericht von Katharina Stemplinger
"Das muss man mal gesehen haben" - Exkursion in den Schlachthof Vilshofen

Schon das Ankommen und die Begrüßung waren aufregend: Jede erhielt einen Schutzanzug, Schutzhaube und Überzugschuhe, um keine Keime in den Betrieb zu schleusen. Dann öffnete der Schlachthof Vilshofen für die 18 Studierenden der Landwirtschaftsschule Passau, Abteilung Hauswirtschaft seine Tore. Die Führung war sehr eindrucksvoll: 4000 Schweine werden hier täglich geschlachtet, für viele eine unvorstellbare Menge. Damit sie sich langsam an den Geruch, die Temperatur und den Anblick der vielen Fleischstücke gewöhnen konnten, begann der Rundgang beim Verpacken und endete bei der Ankunft der lebenden Tiere.
Die Studierenden erhielten ausführliche Informationen über die Abläufe im Betrieb, eine lehrreiche Darbietung, wie Schweinehälften zerlegt werden und Antworten auf viele Fragen, wie zum Beispiel: Welche Methoden werden bei der Schlachtung eingesetzt und warum? Was kann aus welchen Fleischteilen zubereitet werden? Es war ein sehr lehrreicher Nachmittag, und obwohl einige sehr ins Grübeln gekommen sind und ihren Fleischkonsum in Zukunft überdenken wollen, war die abschließende Meinung der Gruppe einhellig: "Das muss man mal gesehen haben!"

Studierendenbericht von Astrid Angerer und Kerstin Stockinger
"Haushaltstechnik kompakt" - 3-tägiges Seminar in Landsberg am Lech

Drei Tage lang Haushaltstechnik in kompakter Form erlebten die Studierenden des einsemestrigen Studiengangs Hauswirtschaft in der zweiten Hälfte ihrer Schulzeit. Im Agrarbildungszentrum Landsberg am Lech verschafften sie sich einen Überblick über das Marktangebot der Hausgerätehersteller. Aufbau, Funktion, Einsatzmöglichkeiten, Bedienungs- und Wartungsarbeiten – in der Abteilung Haushaltstechnik und Textil erfuhren die Studierenden alles Wissenswerte über Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühl- und Gefriergeräte bis hin zu Küchenmaschinen. In Vorträgen und Vorführungen erhielten sie Tipps, worauf sie beim Gerätekauf und bei der Auswahl von Bettwaren und Matratzen für den Privathaushalt achten sollten.

Studierendenbericht von Hannelore Lex
"Krankenpflege Zuhause" - Kurs an der Hauswirtschaftsschule

Wie lagere ich einen pflegebedürftigen Angehörigen richtig? Wie unterstütze ich ihn beim Aufstehen und Hinlegen sowie bei der Köperpflege? Wie arbeite ich dabei rückenschonend? Worauf sollte ich bei der Wohnraumgestaltung Wert legen? Was muss ich beim Umgang mit demenziell erkrankten Menschen besonders beachten? Dies waren nur einige Fragen, die beim Hauskrankenpflegekurs beantwortet wurden. So lernten sie im theoretischen Teil des Kurses zum Beispiel allgemeine Grundlagen der Pflege kennen und erhielten einen Überblick über häufige Erkrankungen im Alter und bei eingeschränkter Mobilität. Im praktischen Teil durften sie selbst aktiv werden: In vielen Übungen versetzten sie sich abwechselnd in die Rolle des Pflegenden und des Pflegebedürftigen - auch das eine wichtige Erfahrung für jede.
Abgerundet wurden die Kursinhalte durch viele hilfreiche Tipps, Informationen zur Pflegeversicherung und zu Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige. Fazit: Ein sehr interessanter und wichtiger Kurs, ein Gewinn für jeden Einzelnen und für die Klassengemeinschaft!

Weiteres aus dem Schulleben

Familientag an der Hauswirtschaftsschule Passau
Angehörige erleben einen Schultag

Vater, Mutter, Oma und 2 Kinder stehen zu einem Gruppenfoto zusammenZoombild vorhanden

Familientag 2019

Akzeptanz und Verständnis schaffen
Alle Schülerinnen des einsemestrigen Studienganges waren im Juli 2019 eingeladen, mit ihren Angehörigen einen gemeinsamen Schultag an der Landwirtschaftsschule in Passau zu verbringen. "Sie sollen wissen, wohin Ihre Ehefrauen, Schwiegertöchter, Töchter und Muttis jeden Dienstag verschwinden und wie so ein Schultag abläuft", erklärt Schulleiterin Sieglinde Preuß den Angehörigen am Morgen bei der Begrüßung im Klassenzimmer. Die Aktion will Akzeptanz und Verständnis für die Entscheidung der Frauen fördern, lange nach Beendigung ihrer Schullaufbahn noch einmal die Schulbank zu drücken. Beinahe ein Jahr lang besuchen die 20 Frauen und Mädchen nun schon den einsemestrigen Studiengang an der Hauswirtschaftsschule, ein halbes Jahr liegt noch vor ihnen.
Umfassender Stundenplan
An insgesamt 88 Schultagen einschließlich sechs Vollzeitwochen haben sich die Studierenden viel vorgenommen: Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Ernährungslehre, Haushalts- und Finanzmanagement, Berufs- und Arbeitspädagogik, Küchenpraxis, Hausgartenbau sowie Haus – und Textilpraxis. Ziel des Unterrichts ist die fachkundige Führung eines Haushalts, eine wichtige Voraussetzung für die Tätigkeit als Bäuerin oder für ein zweites hauswirtschaftliches Standbein. Die meisten streben im Anschluss an die Schule die Abschlussprüfung im Beruf "Hauswirtschafterin" an.
Ganze Familie gefordert
Damit das "Schulfeeling" am Familientag möglichst authentisch ist, werden die Gäste von den Fachlehrerinnen Veronika Weindl und Kerstin Rose in zwei Gruppen eingeteilt: Während die eine in der Schulküche für ein schmackhaftes Mittagessen sorgt, darf sich die andere im Textilarbeitsraum an den Nähmaschinen versuchen. Nach etwa zwei Stunden wechseln die Gruppen. Unter Aufsicht der Fachprofis herrscht den ganzen Vormittag lang rege Betriebsamkeit. Die Kinder helfen kräftig in der Küche mit und so mancher Ehegatte freut sich über sein erstes selbst genähtes Kissen. Und ist den Kleinsten unter den Besuchern einmal langweilig, gibt es eine Kuschelecke mit Spielzeug.
Positive Resonanz
Die Resonanz beim abschließenden gemeinsamen Mittagessen im Speisesaal ist positiv. Das gute Klima in der Klasse und der hilfsbereite Umgangston unter den Studierenden sorgen für eine entspannte Atmosphäre. "Die Schule ist eine gute Sache", resümiert ein Ehemann, auch wenn er als zweifacher Familienvater immer dienstags besonders gefordert ist. Und auch die Kinder sind zufrieden, wissen sie doch jetzt, wohin ihre Mamas einmal wöchentlich "verschwinden".

Ökobetriebe in der Region besucht

Studierendenbericht von Johanna Wasner
Immer mehr Landwirte ziehen in Betracht, ihre Betriebe biologisch zu bewirtschaften. Auch die Studierenden der Hauswirtschaftsschule widmeten sich an einem Praxisschultag dem Thema Ökolandbau.
Erste Station der Lehrfahrt war die Ökoakademie Kringell. Dort wurden die Inhalte des Unterrichts wie ökologische Tierhaltung, Vermarktung sowie Auflagen der Landwirte vertieft. Anschließend machten sich die Studierenden selbst ein Bild vom Ökobetrieb Kringell, unter anderem vom Laufstall der Milchkühe sowie dem Auslauf der Muttersauen. "Ganz schön beeindruckend", fanden die Schülerinnen die Lehrküche und den Bauerngarten der Ökoakadmie in Kringell.
Öko-Milchviehbetrieb
Anschließend besuchte die Gruppe den Öko-Milchviehbetrieb der Familie Schröger in Hutthurm. Das Betriebsleiter-Ehepaar beantwortete Fragen der Studierenden zur Viehhaltung und zum Acker- und Grünlandbau. Insbesondere die hofeigene Milchtankstelle interessierte die Studierenden. Einige ließen es sich nicht nehmen, ihre Biomilch frisch zu zapfen. Die Exkursion klang bei Kaffee und Kuchen im Garten der Familie Schröger aus.

Studierende suchen Wege zum Dialog mit Verbrauchern

Studierende
Offen für Gespräche über den eigenen Bauernhof: "Wir könnten unsere Bauernhöfe herzeigen, am besten vielen Kindern", erfreulich rege diskutierten die Studierenden der Passauer Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, im Mai 2019 zum Thema "Verbraucherdialog – wie fang ich's an?" Kommunizieren, in Kontakt treten, den Austausch fördern – Bloggen oder im persönlichen Gespräch? Am besten mit aktiven Inhalten, allen Sinnen und bei erprobten Multiplikatoren: den Kindern! Ideen wurden ersonnen, Beispiele genannt, eigene Hof-Lerneinheiten für die jungen Verbraucher besprochen, eine Fühlstation und das Gummi-Euter getestet.
Nahezu alle genannten Forderungen und Inhalte umfasst das erfolgreiche Programm "Erlebnis Bauernhof". Unter fachkundiger Anleitung von Kerstin Rose, Lehrkraft und Beraterin für erlebnisorientierte Angebote, wurde dieses kostenlose Angebot für Schulklassen "erforscht" auf dem Internetauftritt www.erlebnis-bauernhof.bayern.de. Sehr ansprechend, übersichtlich und leicht zu navigieren, war das Resümee. Lehrkräfte können schnell und unkompliziert mit Hilfe der eigenen Postleitzahl oder einer Umkreis-Suchfunktion den nächstgelegenen Bauernhof für ihre Schulklasse finden. Alle beteiligten Bauernhöfe haben sich qualifiziert, auf die Zielgruppen eingerichtet und sinnvolle, erlebnisreiche, nachhaltige Programme im Angebot.
"Wie kann ich selbst bei Erlebnis-Bauernhof einsteigen?", war die logisch konsequente Frage der Studierenden. Kerstin Rose verwies gern auf die ebenfalls vom Landwirtschaftsministerium angebotenen Qualifizierungsmöglichkeiten:

www.erlebnis-bauernhof.bayern.de Externer Link

Bäuerinnen drücken die Schulbank

Schülerinnen stehen vor dem Eingang der Schule zum Gruppenfoto

© Kerstin Rose

22 hochmotivierte Frauen mit Erstberuf haben im Oktober 2018 in der Passauer Landwirtschaftsschule den Studiengang für Hauswirtschaft begonnen. "Wir lernen in riesigen Schritten so viel dazu - unglaublich", schwärmt eine junge Bäuerin am gemütlichen gemeinsamen Mittagstisch. Noch einmal die Schulbank drücken, war für viele der Frauen nicht einfach: Kinder, Mann, (Schwieger-)Eltern, Hof oder auch die Arbeitsstelle mussten einverstanden und organisiert sein. Umso mehr freuten sich die frischgebackenen Studierenden über den geglückten Start: Einmal pro Woche heißt es jetzt für die nächsten 18 Monate: Lernen, was früher selbstverständlich war: "A Dirndl muas ins Haus!". Dort lernte es von Mutter und Oma, was jetzt die Schule übernimmt: Kochen, Hausreinigung, Wäschepflege, Gartenbau, Arbeitswirtschaft - in Theorie und Praxis.
Dazu werden auch Finanzwirtschaft, Betreuung von Jung und Alt sowie landwirtschaftliche Inhalte vermittelt, um den vielfältigen Aufgaben als Bäuerin gerecht zu werden. Der Aufbaustudiengang vermittelt den Teilnehmerinnen Fertigkeiten in den Bereichen Hauswirtschaft, Familie und Haushaltsmanagement. Auch soll unternehmerisches Handeln ausgebildet werden, sollen Persönlichkeit und Auftreten gestärkt werden. Und schließlich gibt es Lernangebote im Bereich Haus- und Wäschepflege, dem Festtisch-Decken und der Betreuung von Familienangehörigen. "Im Wandel der Zeit wird dieser Studiengang immer begehrter", weiß die betreuende Semesterleiterin Sieglinde Preuß, "Es gibt schon eine Warteliste für den Start des nächsten Semesters 2020."
Weitere Information zur Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, gibt gerne Sieglinde Preuß; Tel. 0851 95 93 430

Kontakt

Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft
Schulleitung: Sieglinde Preuß
Innstraße 71
94036 Passau
Tel.: 0851 9593-4430
Fax: 0851 9593 4424
E-Mail: poststelle@aelf-pa.bayern.de

Sachaufwandsträger

Landkreis Passau
Domplatz 11
94032 Passau
Internet: www.landkreis-passau.de Externer Link