Bildung
Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, Passau

Außenansicht Schulgebäude Landwirtschaftsschule Passau

Hauswirtschaftsschule Passau

Der einsemestrige Studiengang Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule in Passau lehrt, einen Haushalt - insbesondere in der Landwirtschaft - fachkundig zu führen.

Er richtet sich an Frauen ohne hauswirtschaftliche Berufsbildung. Im Mittelpunkt stehen praktische Fertigkeiten und Fachwissen in der Hauswirtschaft, im Familien- und im Haushaltsmanagement. Der Studiengang stärkt Persönlichkeit und Auftreten, er fördert unternehmerisches Denken und Handeln. Zudem vermittelt er die pädagogische Eignung, um Personen auszubilden und anzuleiten. Der Unterricht findet in Teilzeitform statt.
Wie bereite ich Nahrungsmittel vitamin- und mineralstoffschonend zu? Wie spare ich Zeit bei der Wäschepflege? Was bedeutet "innerer Greifraum"? Was werde ich zur erfolgreichen Gemüsegärtnerin? Diese Fragen geben einen kleinen Einblick in den Unterricht. Auf der Stundentafel stehen die Fächer "Ernährungslehre", "Familie und Soziales", "Haushalts- und Finanzmanagement", "Berufs- und Arbeitspädagogik", "Unternehmensführung" sowie die Küchenpraxis, Haus- und Textilpraxis und der Hausgartenbau. Zu den landwirtschaftlichen Inhalten zählen die Bereiche "Markt und landwirtschaftliche Produktion", "Grundlagen der Betriebslehre" sowie "Sozial- und Steuerwesen".
Der laufende einsemestrige Studiengang an der Landwirtschaftsschule Passau, Abteilung Hauswirtschaft, hat am 18. September 2018 begonnen. Interessentinnen für das Teilzeitsemester 2020/22 können sich unverbindlich auf einer Liste vormerken lassen. Sie werden vor Schulstart zu einem Informationsabend im Juni 2020 eingeladen (Weitere Infos unter 0851 9593-430).
Unterrichtszeiten
  • Der Unterricht findet zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Haushalt und Berufstätigkeit in Teilzeitform statt.
  • Die Unterrichtsstunden und Schultage werden in Absprache mit den Interessenten festgelegt.
  • Die 660 Unterrichtsstunden verteilen sich auf einen Zeitraum von 18 Monaten.
  • Der Unterricht findet dienstags von 8.15 - 17.15 Uhr statt. Zusätzlich werden sechs Vollzeitunterrichtswochen durchgeführt.
  • Es gilt die Ferienordnung für das Land Bayern.
Zugangsvoraussetzungen
  • Berufsabschluss außerhalb der Hauswirtschaft mit ausreichender praktischer Berufstätigkeit.
  • Ausnahmen regelt die Schulleitung
Unterrichtsfächer
  • Familie und Soziales
  • Berufs- und Arbeitspädagogik
  • Haushalts- und Finanzmanagement
  • Ernährungslehre
  • Unternehmensführung
  • Küchenpraxis
  • Haus- und Textilpraxis
  • Hausgartenbau
  • Seminar Ökologischer Landbau
  • Seminar Persönlichkeitsbildung
  • Wahlfächer, wie z. B. Haushaltstechnik
Abschluss
Mit bestandenem Schulbesuch erwerben Sie den Abschluss als Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung. Sie erhalten ein Zeugnis mit Urkunde sowie eine Bestätigung über die berufs- und arbeitspädagogische Eignung zum Ausbilden nach Paragraph 2 und Paragraph 3 der Ausbildereignungsverordnung. Werden die Zulassungsvoraussetzungen nach Paragraph 45 Absatz 2 Berufsbildungsgesetz erfüllt, kann die Abschlussprüfung in der Hauswirtschaft abgelegt werden.
Kosten
Der Schulbesuch ist kostenfrei. Die Kosten für Verpflegung und Unterrichtsmaterialien sind von den Studierenden zu tragen.

Schulleben

Familientag an der Hauswirtschaftsschule Passau
Angehörige erleben einen Schultag

Vater, Mutter, Oma und 2 Kinder stehen zu einem Gruppenfoto zusammenZoombild vorhanden

Familientag 2019

Akzeptanz und Verständnis schaffen
Alle Schülerinnen des einsemestrigen Studienganges waren im Juli 2019 eingeladen, mit ihren Angehörigen einen gemeinsamen Schultag an der Landwirtschaftsschule in Passau zu verbringen. "Sie sollen wissen, wohin Ihre Ehefrauen, Schwiegertöchter, Töchter und Muttis jeden Dienstag verschwinden und wie so ein Schultag abläuft", erklärt Schulleiterin Sieglinde Preuß den Angehörigen am Morgen bei der Begrüßung im Klassenzimmer. Die Aktion will Akzeptanz und Verständnis für die Entscheidung der Frauen fördern, lange nach Beendigung ihrer Schullaufbahn noch einmal die Schulbank zu drücken. Beinahe ein Jahr lang besuchen die 20 Frauen und Mädchen nun schon den einsemestrigen Studiengang an der Hauswirtschaftsschule, ein halbes Jahr liegt noch vor ihnen.
Umfassender Stundenplan
An insgesamt 88 Schultagen einschließlich sechs Vollzeitwochen haben sich die Studierenden viel vorgenommen: Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Ernährungslehre, Haushalts- und Finanzmanagement, Berufs- und Arbeitspädagogik, Küchenpraxis, Hausgartenbau sowie Haus – und Textilpraxis. Ziel des Unterrichts ist die fachkundige Führung eines Haushalts, eine wichtige Voraussetzung für die Tätigkeit als Bäuerin oder für ein zweites hauswirtschaftliches Standbein. Die meisten streben im Anschluss an die Schule die Abschlussprüfung im Beruf "Hauswirtschafterin" an.
Ganze Familie gefordert
Damit das "Schulfeeling" am Familientag möglichst authentisch ist, werden die Gäste von den Fachlehrerinnen Veronika Weindl und Kerstin Rose in zwei Gruppen eingeteilt: Während die eine in der Schulküche für ein schmackhaftes Mittagessen sorgt, darf sich die andere im Textilarbeitsraum an den Nähmaschinen versuchen. Nach etwa zwei Stunden wechseln die Gruppen. Unter Aufsicht der Fachprofis herrscht den ganzen Vormittag lang rege Betriebsamkeit. Die Kinder helfen kräftig in der Küche mit und so mancher Ehegatte freut sich über sein erstes selbst genähtes Kissen. Und ist den Kleinsten unter den Besuchern einmal langweilig, gibt es eine Kuschelecke mit Spielzeug.
Positive Resonanz
Die Resonanz beim abschließenden gemeinsamen Mittagessen im Speisesaal ist positiv. Das gute Klima in der Klasse und der hilfsbereite Umgangston unter den Studierenden sorgen für eine entspannte Atmosphäre. "Die Schule ist eine gute Sache", resümiert ein Ehemann, auch wenn er als zweifacher Familienvater immer dienstags besonders gefordert ist. Und auch die Kinder sind zufrieden, wissen sie doch jetzt, wohin ihre Mamas einmal wöchentlich "verschwinden".

Ökobetriebe in der Region besucht

Studierendenbericht von Johanna Wasner
Immer mehr Landwirte ziehen in Betracht, ihre Betriebe biologisch zu bewirtschaften. Auch die Studierenden der Hauswirtschaftsschule widmeten sich an einem Praxisschultag dem Thema Ökolandbau.
Erste Station der Lehrfahrt war die Ökoakademie Kringell. Dort wurden die Inhalte des Unterrichts wie ökologische Tierhaltung, Vermarktung sowie Auflagen der Landwirte vertieft. Anschließend machten sich die Studierenden selbst ein Bild vom Ökobetrieb Kringell, unter anderem vom Laufstall der Milchkühe sowie dem Auslauf der Muttersauen. "Ganz schön beeindruckend", fanden die Schülerinnen die Lehrküche und den Bauerngarten der Ökoakadmie in Kringell.
Öko-Milchviehbetrieb
Anschließend besuchte die Gruppe den Öko-Milchviehbetrieb der Familie Schröger in Hutthurm. Das Betriebsleiter-Ehepaar beantwortete Fragen der Studierenden zur Viehhaltung und zum Acker- und Grünlandbau. Insbesondere die hofeigene Milchtankstelle interessierte die Studierenden. Einige ließen es sich nicht nehmen, ihre Biomilch frisch zu zapfen. Die Exkursion klang bei Kaffee und Kuchen im Garten der Familie Schröger aus.

Studierende suchen Wege zum Dialog mit Verbrauchern

Studierende
Offen für Gespräche über den eigenen Bauernhof: "Wir könnten unsere Bauernhöfe herzeigen, am besten vielen Kindern", erfreulich rege diskutierten die Studierenden der Passauer Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, im Mai 2019 zum Thema "Verbraucherdialog – wie fang ich's an?" Kommunizieren, in Kontakt treten, den Austausch fördern – Bloggen oder im persönlichen Gespräch? Am besten mit aktiven Inhalten, allen Sinnen und bei erprobten Multiplikatoren: den Kindern! Ideen wurden ersonnen, Beispiele genannt, eigene Hof-Lerneinheiten für die jungen Verbraucher besprochen, eine Fühlstation und das Gummi-Euter getestet.
Nahezu alle genannten Forderungen und Inhalte umfasst das erfolgreiche Programm "Erlebnis Bauernhof". Unter fachkundiger Anleitung von Kerstin Rose, Lehrkraft und Beraterin für erlebnisorientierte Angebote, wurde dieses kostenlose Angebot für Schulklassen "erforscht" auf dem Internetauftritt www.erlebnis-bauernhof.bayern.de. Sehr ansprechend, übersichtlich und leicht zu navigieren, war das Resümee. Lehrkräfte können schnell und unkompliziert mit Hilfe der eigenen Postleitzahl oder einer Umkreis-Suchfunktion den nächstgelegenen Bauernhof für ihre Schulklasse finden. Alle beteiligten Bauernhöfe haben sich qualifiziert, auf die Zielgruppen eingerichtet und sinnvolle, erlebnisreiche, nachhaltige Programme im Angebot.
"Wie kann ich selbst bei Erlebnis-Bauernhof einsteigen?", war die logisch konsequente Frage der Studierenden. Kerstin Rose verwies gern auf die ebenfalls vom Landwirtschaftsministerium angebotenen Qualifizierungsmöglichkeiten:

www.erlebnis-bauernhof.bayern.de Externer Link

Bäuerinnen drücken die Schulbank

Schülerinnen stehen vor dem Eingang der Schule zum Gruppenfoto

© Kerstin Rose

22 hochmotivierte Frauen mit Erstberuf haben im Oktober 2018 in der Passauer Landwirtschaftsschule den Studiengang für Hauswirtschaft begonnen. "Wir lernen in riesigen Schritten so viel dazu - unglaublich", schwärmt eine junge Bäuerin am gemütlichen gemeinsamen Mittagstisch. Noch einmal die Schulbank drücken, war für viele der Frauen nicht einfach: Kinder, Mann, (Schwieger-)Eltern, Hof oder auch die Arbeitsstelle mussten einverstanden und organisiert sein. Umso mehr freuten sich die frischgebackenen Studierenden über den geglückten Start: Einmal pro Woche heißt es jetzt für die nächsten 18 Monate: Lernen, was früher selbstverständlich war: "A Dirndl muas ins Haus!". Dort lernte es von Mutter und Oma, was jetzt die Schule übernimmt: Kochen, Hausreinigung, Wäschepflege, Gartenbau, Arbeitswirtschaft - in Theorie und Praxis.
Dazu werden auch Finanzwirtschaft, Betreuung von Jung und Alt sowie landwirtschaftliche Inhalte vermittelt, um den vielfältigen Aufgaben als Bäuerin gerecht zu werden. Der Aufbaustudiengang vermittelt den Teilnehmerinnen Fertigkeiten in den Bereichen Hauswirtschaft, Familie und Haushaltsmanagement. Auch soll unternehmerisches Handeln ausgebildet werden, sollen Persönlichkeit und Auftreten gestärkt werden. Und schließlich gibt es Lernangebote im Bereich Haus- und Wäschepflege, dem Festtisch-Decken und der Betreuung von Familienangehörigen. "Im Wandel der Zeit wird dieser Studiengang immer begehrter", weiß die betreuende Semesterleiterin Sieglinde Preuß, "Es gibt schon eine Warteliste für den Start des nächsten Semesters 2020."
Weitere Information zur Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, gibt gerne Sieglinde Preuß; Tel. 0851 95 93 430

Aus dem Schulleben 2016/2018

Absolventen spenden an Kinderklinik

Gruppe von Schülern bei der Spendenübergabe: Foto: Mareen MaierZoombild vorhanden

© Mareen Maier

Die Studierenden der Landwirtschaftsschule Passau haben bei der traditionellen Versteigerungs- und Spendenaktion zu Weihnachten 6.000 Euro erwirtschaftet. Eine stolze Spendensumme, die die Semestersprecher der Abteilungen Land- und Hauswirtschaft bei der Schulschlussfeier im März 2018 an die Kinderklinik Dritter Orden Passau übergaben. Geschäftsführer Reinhard Schmidt dankte den Absolventen herzlich für ihre großartige Unterstützung und stellte heraus, dass mit dem Geld dazu beigetragen werden könne, kranke Kinder und ihre Eltern bestmöglich zu versorgen.

Bereit für einen neuen Lebensabschnitt

Gruppenbild der Absolventen mit LehrkräftenZoombild vorhanden

© Mareen Maier

Es ist immer wieder aufs Neue ein ganz besonderer Tag: Wenn die Landwirtschaftsschule in Passau ihre Absolventen der Abteilungen Land- und Hauswirtschaft würdigt, ist feierliche Stimmung garantiert. Im März 2018 wurden insgesamt 38 Frauen und Männer im Rahmen der Schulschlussfeier im Festsaal des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Passau verabschiedet.
Für die 15 Frauen der Abteilung Hauswirtschafterinnen sei es sicherlich nicht immer einfach gewesen, Hauswirtschaft professionell zu erlernen, sich trotzdem weiter um die Familien zu kümmern und den Hauptberuf auszuüben, so Daniela Luttheroth, Semesterleiterin und stellvertretende Schulleiterin. Doch die Anstrengungen seien nicht umsonst gewesen.
Ausgezeichnetes Gesamtergebnis
"Der Ausbildungsberuf der Hauswirtschafterin muss und wird eine Renaissance erleben. Er vereint alle Elemente eines modernen, innovativen und zukunftssicheren Berufs – insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel", erklärte Luttheroth. Stolz verkündete sie, dass die Klasse ein ausgezeichnetes Gesamtergebnis geschafft hat. Der Notendurchschnitt lag bei 1,45. Bei vier Frauen stand sogar die Bestnote im Zeugnis. Barbara Eder aus Thyrnau, Katrin Mayrhofer aus Ortenburg, Petra Stangl aus Thyrnau und Elisabeth Stemplinger aus Wegscheid schlossen mit der Traumnote 1,0 ab.
Schulzeit eine Bereicherung
Anschließend gewährten die Absolventinnen der Abteilung Hauswirtschaft Einblicke in ihre Schulzeit. Semestersprecherin Sabine Kristl bezeichnete die Ausbildung als "echte Bereicherung". Alle Frauen hätten unglaublich viel gelernt, noch dazu seien neue Freundschaften entstanden. "Ich möchte diese Zeit nicht mehr missen", so Kristl. Im Rahmen der Schulschlussfeier wurden nicht nur die Absolventen in einen neuen Lebensabschnitt entlassen. Die Verwaltungsangestellte Maria Müller und Daniela Luttheroth, Leiterin des Studiengangs Hauswirtschaft und stellvertretende Schulleiterin, wurden in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Text: Mareen Maier

Werte der Region schätzen/Lerninhalte in der Praxis kennenlernen!

Lederhosen werden in Obernzell geschneidert, Stoffe in Wegscheid gewebt und Gardinen in Untergriesbach geschneidert. Drei Firmen, die noch Wert auf heimische Produkte und Wertarbeit legen, wurden besichtigt, bestaunt und viele Informationen und praktische Hinweise zum Nachmachen "aufgesogen". Die Studierenden besichtigten am 30. Mai 2017 mit Fachlehrerin Kerstin Rose die Firmen Spieth & Wensky, Möbel Meier und die Handweberei Moser.

Allerheiligengestecke selbst gemacht - erste florale Werke der Abteilung Hauswirtschaft

"Des hätt` i ned denkt, dass i des zambring!" Die Studierenden wagten sich erstmals und mit großem Erfolg an florales Gestalten, denn: Kirchliche Traditionen werden in der Landwirtschaftsschule Passau groß geschrieben und so wurden die Allerheiligengestecke, unter fachkundiger Anleitung der Lehrkraft Kerstin Rose, selbst angefertigt.
Die Hauspraxis beinhaltet unter anderem das florale Gestalten zu allen Jahreszeiten. Die Studierenden fertigten mit großem Eifer und Spaß ihre ersten Gestecke. Die nächste kreative und traditionelle Aktion im Jahresverlauf ist das Adventskranzbinden.

Kontakt

Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft
Schulleitung: Sieglinde Preuß
Innstraße 71
94036 Passau
Tel.: 0851 9593-430
Fax: 0851 9593 424
E-Mail: poststelle@aelf-pa.bayern.de

Sachaufwandsträger

Landkreis Passau
Domplatz 11
94032 Passau
Internet: www.landkreis-passau.de Externer Link