Bildung
Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, Passau

Hauswirtschaftsschule von außen

Hauswirtschaftsschule Passau

Der einsemestrige Studiengang Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule in Passau lehrt, einen Haushalt - insbesondere in der Landwirtschaft - fachkundig zu führen.

Er richtet sich an Frauen ohne hauswirtschaftliche Berufsbildung. Im Mittelpunkt stehen praktische Fertigkeiten und Fachwissen in der Hauswirtschaft, im Familien- und im Haushaltsmanagement. Der Studiengang stärkt Persönlichkeit und Auftreten, er fördert unternehmerisches Denken und Handeln. Zudem vermittelt er die pädagogische Eignung, um Personen auszubilden und anzuleiten. Der Unterricht findet in Teilzeitform statt.
Wie bereite ich Nahrungsmittel vitamin- und mineralstoffschonend zu? Wie spare ich Zeit bei der Wäschepflege? Was bedeutet "innerer Greifraum"? Was werde ich zur erfolgreichen Gemüsegärtnerin? – Diese Fragen geben einen kleinen Einblick in den Unterricht. Auf der Stundentafel stehen die Fächer "Ernährungslehre", "Familie, Persönlichkeit und hauswirtschaftliche Betreuung", "Haushalts- und Finanzmanagement", "Berufs- und Arbeitspädagogik", "Unternehmensführung" sowie die Küchenpraxis, Haus- und Textilpraxis und der Hausgartenbau. Zu den landwirtschaftlichen Inhalten zählen die Bereiche "Markt und landwirtschaftliche Produktion", "Grundlagen der Betriebslehre" sowie "Sozial- und Steuerwesen".
Der nächste einsemestrige Studiengang an der Landwirtschaftsschule Passau, Abteilung Hauswirtschaft, beginnt im September 2018. Anmeldungen werden bereits jetzt von Schulleiterin Daniela Lutteroth unter der Telefonnummer 0851-9593-431 entgegengenommen.
Zugangsvoraussetzungen
  • Abschlusszeugnis einer Berufsschule oder eines gleichwertigen Bildungsgangs
  • Abgeschlossene Berufsbildung außerhalb der Hauswirtschaft mit anschließender Berufserfahrung
  • Ausnahmen regelt die Schulleitung
Unterrichtszeiten
  • Der Unterricht findet zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Haushalt und Berufstätigkeit in Teilzeitform statt.
  • Die Unterrichtsstunden und Schultage werden in Absprache mit den Interessenten festgelegt.
  • Die 660 Unterrichtsstunden verteilen sich auf einen Zeitraum von 18 Monaten.
  • Der Unterricht findet dienstags von 8.15 - 17.15 Uhr statt. Zusätzlich werden sechs Vollzeitunterrichtswochen durchgeführt.
  • Es gilt die Ferienordnung für das Land Bayern.
Unterrichtsfächer
  • Familie, Persönlichkeit und hauswirtschaftliche Betreuung
  • Berufs- und Arbeitspädagogik
  • Haushalts- und Finanzmanagement
  • Ernährungslehre
  • Unternehmensführung
  • Küchenpraxis
  • Haus- und Textilpraxis
  • Hausgartenbau
  • Zusätzliche Angebote, wie haushaltstechnisches Seminar oder Seminar soziale und religiöse Bildung
Abschluss
Nach bestandenem Schulbesuch erhalten Sie ein Zeugnis mit Urkunde sowie eine Bescheinigung über
die berufs- und arbeitspädagogische Eignung zum Ausbilden nach Paragraph 2 und Paragraph 3 der Ausbildereignungsverordnung.
Werden die Zulassungsvoraussetzungen nach Paragraph 45 Absatz 2 Berufsbildungsgesetz erfüllt, kann die Abschlussprüfung in der Hauswirtschaft abgelegt werden.
Kosten
Der Schulbesuch ist kostenfrei. Die Kosten für Unterrichtsmaterialien, Lehrfahrten, Verpflegung etc. sind von den Studierenden zu tragen.

Schulleben

Werte der Region schätzen/Lerninhalte in der Praxis kennenlernen!

Lederhosen werden in Obernzell geschneidert, Stoffe in Wegscheid gewebt und Gardinen in Untergriesbach geschneidert. Drei Firmen, die noch Wert auf heimische Produkte und Wertarbeit legen, wurden besichtigt, bestaunt und viele Informationen und praktische Hinweise zum Nachmachen „aufgesogen“. Die Studierenden besichtigten am 30. Mai 2017 mit Fachlehrerin Kerstin Rose die Firmen Spieth & Wensky, Möbel Meier und die Handweberei Moser.

Familientag an der Hauswirtschaftsschule Passau - Angehörige erleben einen Schultag

"Ich bin so satt, ich mag kein Blatt!" - Nico hat gerade Pizza und Früchtequark mit Himbeeren, Orangen, Bananen und Johannisbeeren verspeist und fühlt sich sichtlich wohl, obwohl heute Mittag mal alles anders ist als sonst. Der Vierjährige sitzt mit seinen Omas, mit Mama, Papa und dem kleinen Bruder im Speisesaal der Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, und hat einen abwechslungsreichen Vormittag hinter sich, denn heute ist Familientag: Alle Schülerinnen des einsemestrigen Studienganges waren im März 2017 eingeladen, mit ihren Angehörigen einen gemeinsamen Schultag an der Landwirtschaftsschule in Passau zu verbringen.
Akzeptanz und Verständnis schaffen
"Sie sollen wissen, wohin Ihre Ehefrauen, Schwiegertöchter, Töchter und Muttis jeden Dienstag verschwinden und wie so ein Schultag abläuft", erklärt Schulleiterin Daniela Lutteroth den Angehörigen am Morgen bei der Begrüßung im Klassenzimmer. Die Aktion will Akzeptanz und Verständnis für die Entscheidung der Frauen fördern, lange nach Beendigung ihrer Schullaufbahn noch einmal die Schulbank zu drücken. Ein halbes Jahr lang besuchen die 15 Frauen und Mädchen im Alter zwischen 20 und 52 Jahren nun schon den einsemestrigen Studiengang an der Hauswirtschaftsschule, ein ganzes Jahr liegt noch vor ihnen.
Umfassender Stundenplan
An insgesamt 88 Schultagen einschließlich sechs zusätzlicher Vollzeitwochen haben sich die Studierenden viel vorgenommen: Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Ernährungslehre, Haushalts- und Finanzmanagement, Berufs- und Arbeitspädagogik, Küchenpraxis, Hausgartenbau sowie Haus – und Textilpraxis. Ziel des Unterrichts ist die fachkundige Führung eines Haushalts, eine wichtige Voraussetzung für die Tätigkeit als Bäuerin oder für ein zweites hauswirtschaftliches Standbein in der Landwirtschaft. Die meisten streben im Anschluss an die Schule die Abschlussprüfung im Beruf "Hauswirtschafterin" an.
Ganze Familie gefordert
Damit das "Schulfeeling" am Familientag möglichst authentisch ist, werden die Gäste von den Fachlehrerinnen Veronika Weindl und Kerstin Rose in zwei Gruppen eingeteilt: Während die eine in der Schulküche für ein schmackhaftes Mittagessen sorgt, darf sich die andere im Textilarbeitsraum an den Nähmaschinen versuchen. Nach etwa zwei Stunden wechseln die Gruppen. Unter Aufsicht der Fachprofis herrscht den ganzen Vormittag lang rege Betriebsamkeit. Die Kinder helfen kräftig in der Küche mit und so mancher Ehegatte freut sich über sein erstes selbstgenähtes Kissen. Und ist den Kleinsten unter den Besuchern einmal langweilig, gibt’s eine Kuschelecke mit Spielzeug.
Positive Resonanz
Die Resonanz beim abschließenden gemeinsamen Mittagessen im Speisesaal ist positiv. Das gute Klima in der Klasse und der hilfsbereite Umgangston unter den Studierenden sorgen für eine entspannte Atmosphäre. "Die Schule ist eine gute Sache", resümiert ein Ehemann, auch wenn er als zweifacher Familienvater immer dienstags besonders gefordert ist. – Und auch der kleine Nico ist zufrieden, weiß er doch jetzt, wohin seine Mama einmal wöchentlich verschwindet.

Allerheiligengestecke selbst gemacht - erste florale Werke der Abteilung Hauswirtschaft

"Des hätt` i ned denkt, dass i des zambring!" Die Studierenden wagten sich erstmals und mit großem Erfolg an florales Gestalten, denn: Kirchliche Traditionen werden in der Landwirtschaftsschule Passau groß geschrieben und so wurden die Allerheiligengestecke, unter fachkundiger Anleitung der Lehrkraft Kerstin Rose, selbst angefertigt.
Die Hauspraxis beinhaltet unter anderem das florale Gestalten zu allen Jahreszeiten. Die Studierenden fertigten mit großem Eifer und Spaß ihre ersten Gestecke. Die nächste kreative und traditionelle Aktion im Jahresverlauf ist das Adventskranzbinden.

20 Studierende erweitern in 18 Monaten ihr Wissen um Haus und Hof

20 hochmotivierte Frauen mit Erstberuf haben in der Passauer Landwirtschaftsschule im September 2016 den Studiengang für Hauswirtschaft begonnen. "Mein Mann und meine Kinder waren heute Morgen sehr besorgt um mich! Rührend", schwärmt eine Bäuerin und Mutter von zwei Kindern aus dem nördlichen Landkreis. Noch einmal die Schulbank drücken, war für viele der Frauen nicht einfach: Kinder, Mann, (Schwieger-)Eltern, Hof oder auch der Arbeitgeber mussten einverstanden und organisiert sein. Umso mehr freuten sich die frischgebackenen Studierenden über den geglückten Start.
Einmal pro Woche heißt es jetzt für die nächsten 18 Monate: "Lernen".
Lernen, was früher selbstverständlich war: "A Dirndl muas ins Haus!" Dort lernte es von Mutter und Oma, was jetzt die Schule übernimmt: Kochen, Hausreinigung, Wäschepflege, Gartenbau, Arbeitswirtschaft etc. – alles in Theorie und Praxis. Dazu werden auch Finanzwirtschaft, Betreuung von Jung und Alt sowie landwirtschaftliche Inhalte vermittelt, um den vielfältigen Aufgaben als Bäuerin gerecht zu werden. "Im Wandel der Zeit wird dieser Studiengang immer begehrter", weiß die betreuende Semesterleiterin Daniela Lutteroth. "Es gibt schon eine Warteliste für den Start des nächsten Semesters in 2 Jahren!"
Projektarbeit 2015 an der einsemestrigen Teilzeitschule
Im Rahmen des Unterrichtsfaches „Unternehmensführung“ bereiteten die 18 Studierenden aus den Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau und Deggendorf die Teilnahme am niederbayerischen Waldbesitzertag in Kirchberg vorm Wald vor. Was sie in ihrer Projektarbeit auf die Beine stellten, konnte sich sehen lassen: Sie präsentierten ihre Schule an einem Infostand und beschäftigten die jüngsten Besucher mit phantasievollen Bastelarbeiten.
Unter dem Motto „Unsere Schule – eine Schule fürs Leben“ gaben die Studierenden in Wort und Bild Einblicke in den Schulalltag an der Landwirtschaftsschule Passau, Abteilung Hauswirtschaft, und zeigten Kostproben des Könnens aus der Küchen-, Haus- und Textilpraxis.
Die Kinderbetreuung stellten die Studierenden unter das Thema des Tages „Mein Wald – ein Schatz“. Aus den Schätzen des Waldes, wie Holz, Rinde, Tannenzapfen und Moos, gestalteten sie mit den kleinsten Besuchern Waldlandschaften im Glas, dekorierten Baumscheiben oder stellten Windlichter her.
Dem Projekttag am 20. September 2015 war viel Arbeit vorausgegangen. Aufgeteilt in zwei Gruppen und unter Federführung der beiden gewählten Projektleiterinnen Barbara Seidl und Johanna Baumert wurden während des Unterrichts Ideen gesammelt, diskutiert und die Umsetzung vorbereitet. Dabei reichte das Engagement der Frauen weit über den Umfang der Unterrichtsstunden hinaus. Nicht zuletzt dank der tatkräftigen logistischen Unterstützung durch ihre Familien freuten sich die Studierenden am Ende über einen gelungenen Projekttag und viel positive Resonanz.
Studierende unterwegs in Sachen Textil im Landkreis Passau
Leinenweberei Moser in WegscheidZoombild vorhanden

In der Leinenweberei

Die Studierenden erlebten bei der Lehrfahrt im Unterrichtsfach "Haus- und Textilpraxis" die regionalen Schätze hautnah.
Archaisch muten sie an, wie aus einer anderen Zeit: die 13 Webstühle der Handweberei Moser in Wegscheid. Mindestens ebenso archaisch auch das knallende Geräusch, wenn der Schussfaden im Webstuhl nach Hindurchschickens des Schiffchens durch die Kettfäden durch schnelles Heranziehen des Webstuhl-Querbalkens an das bereits gewebte Stoffstück angefügt wird. So kamen die Studierenden des einsemestrigen Studienganges schon bei dieser ersten Station nicht aus dem Staunen heraus. Lehrkraft Kerstin Rose war gemeinsam mit ihnen bei traditionellen Textilbetrieben im Landkreis Passau unterwegs.
Handgewebtes für ganz Europa
„Im Raum um Wegscheid, Breitenberg und bis ins Mühlviertel hinein hat die Handweberei eine lange Tradition“, erzählt Juniorchef Franz-Xaver Moser. 1954 gründete Vater F.X. Moser die Handweberei, in der bis heute Gardinen- und Trachtenstoffe, Tischwäsche, Möbelbezüge und Teppiche in althergebrachter Technik aus hochwertigsten Rohstoffen per Hand gefertigt werden. „Wir versuchen, in unserer schnelllebigen, globalisierten Zeit eine wertvolle Tradition aufrechtzuerhalten, und unsere Kunden aus Deutschland und mittlerweile ganz Europa bestätigen uns“, schmunzelt Moser.
Hochwertigkeit, Langlebigkeit und Eleganz
Ein ganz ähnliches Ziel verfolgt auch die in Obernzell angesiedelte Trachtenmanufaktur „Spieth & Wensky“, der zweite Betrieb der Besichtigungstour. „Unser ganzes Augenmerk richten wir auf Hochwertigkeit, Langlebigkeit der Materialien und traditionelle Eleganz im Design, eben keine Massenware von der Stange“, schilderte Christian Drescher, der für die Produktionseinteilung verantwortlich ist. Die Firma „Spieth & Wensky“ konnte vor zwei Jahren ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Die verwendeten Tierfelle durchlaufen das althergebrachte „Sämisch-Gerben“, ein Verfahren, das mit einem Zeitaufwand von ca. sechs Monaten verbunden ist, und warten dann, zusammen mit erlesenen Dirndl- und Blusenkreationen, in einem über 3000 Quadratmeter großen Lager auf ihre Liebhaber. „Tracht und Leder sind keine bloße schnelllebige Modeerscheinung, sondern eine Lebensphilosophie, der wir uns verschrieben haben“, lächelt Drescher.
Betrieb in dritter Generation
Ebenfalls einer Lebensphilosophie folgt die dritte Anlaufstelle der Exkursion: das bereits in dritter Generation geführte Möbel- und Raumausstattungshaus Meier in Untergriesbach, das – wie die Juniorchefin berichtet – ursprünglich auf eine Sattlerei des Großvaters ihres Mannes zurückgeht. „Wohnkomfort und Praktikabilität, aber auch Behaglichkeit stehen bei uns im Vordergrund“. Getreu dem Meierschen Motto „Immer eine Idee mehr“ demonstrierte sie eindrucksvoll, wie beispielsweise in der hausinternen Polsterei alte Möbel wieder aufgepeppt werden. Fensterdekorationen werden vor Ort zu Hause geplant, das Aufmaß genommen, von hauseigenen Schneiderinnen genäht und fachgerecht montiert.
Fazit
Das Fazit bei den Studierenden nach der aufschlussreichen Exkursion: Niederbayern bietet vielen alteingesessenen Handwerksbetrieben eine Heimat, die dem Trend nach Schnelllebigkeit, nach Globalisierung und Massenproduktion entgegenwirken und mit ihren nachhaltigen Produkten auf höchstem Qualitäts- und Kompetenzniveau und einem ausdrücklichen Ja zur Regionalität bestechen!
von Wolfgang Krinninger, aus „Bistumsblatt“ vom 12. Juli 2015


Kontakt

Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft
Schulleitung: Daniela Lutteroth
Stellv. Schulleitung: Sieglinde Preuß
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